20.05.2017

Grobe Irreführung der Bürger durch die Stadt

Plakat zum Ratsbegehren macht unhaltbare Versprechen

Das vom Oberbürgermeister vorgestellte Wahlplakat für das Ratsbegehren am Kardinal-Faulhaber-Platz stellt laut ÖDP-Kreisvorsitzender Dagmar Dewald eine „grobe Irreführung der Wähler“ dar. Das geplante Gebäude werde viel zu klein dargestellt – „für keinen Investor wäre es rentabel, solch einen Mini-Pavillon und dann dazu eine Tiefgarage zu errichten.“ Dann will der OB auf dem Restplatz noch sage und schreibe 22 Bäume untergebracht wissen. Doch im ganzen Stadtgebiet gibt es über keiner Tiefgarage so viele Bäume, wenn überhaupt dort Bäume gepflanzt werden können. „Der Oberbürgermeister ist spätestens vom Würzburger Klimatologen Heiko Paeth, den er schon verschiedentlich zu sich ins Rathaus eingeladen hat, längst darüber aufgeklärt worden, dass über Tiefgaragen keine tiefwurzelnden Bäume gepflanzt werden können und andere Bäume im Sommer auf der dünnen Erdschicht verdursten müssen.“

Schon den Titel des Ratsbegehrens hält der ÖDP-Kreisverband für Bürgertäuschung, denn laut Dewald gaukelt er mit „Grüner Platz – Innenstadt für alle“ dem Bürger einen „Alleskönner, quasi die eierlegende Wollmilchsau“ vor. An einem einzigen Platz soll eine Tiefgarage neuen Verkehr und mit „großzügigen“ Stellplätzen auch große SUVs anziehen – somit wird eine breitere Straße gebraucht. Dann soll ausgiebig der Kommerz zu seinem Recht kommen durch einen bedeutenden „Ankermieter“ mit ausreichender Geschäftsfläche und dem erforderlichen breitem Eingangsportal. Außerdem soll es viel, viel Grün für Ruhesuchende geben. „Schon der bloße Augenschein sagt, dass dafür die wenigen Quadratmeter nicht ausreichen“, stellt Dewald fest.

Doch diese Unvereinbarkeiten verpackt der Oberbürgermeister noch schönfärberisch, etwa wenn er von einem „zurückhaltenden Gebäude“ spricht.
Der Bürger sollte laut Dewald gewarnt sein, wenn er solche unrealistischen Versprechungen hört: „Wir wissen aus ständiger Anschauung, was der Stadt unter einem ‚zurückhaltenden Gebäude‘ vorschwebt, so das monströse Forumgebäude am Unteren Markt oder die hochaufragende Fassade in der Eichhornstraße. Wir wissen auch, wie ernst es der Stadt mit den versprochenen Baumpflanzungen ist. Auch am Eingang der neuen Fußgängerzone sollten laut Plan vier Bäume stehen – heute steht dort kein einziger Baum! Leider hat die Stadt erst in jüngster Zeit durch Taten bewiesen, dass sie lieber Bäume fällt als neue pflanzt.“

Im Bürgergespräch hört die ÖDP oft die Klagen der Bürger über die Steinwüste der neuen Fußgängerzone und das Grau in Grau der Gebäude und des Bodenbelags. Außerdem sind die Bürger dünnhäutig geworden gegenüber den als leichtfertig empfundenen Fällungen alter Großbäume, die sich häufen. Für Dewald ist in der Innenstadt neben dem genügend vorhandenen Kommerz und den belegbar ausreichenden Parkmöglichkeiten „der einzige Anker, nach dem sich Innenstadtbewohner und Gäste sehnen, ein wirklich grüner Platz, ein kleiner Park, der an Würzburgs feinstaubgeschwängerter ‚Giftrinne’, der Theaterstraße, gute Luft und im Sommer Kühlung schafft.“ 

Die Bürger sollten sich von der städtischen Augenwischerei nicht beeindrucken lassen und für Bürgerentscheid 2, für den wirklich grünen Platz stimmen. „Denn wenn die Stadt gewinnt und dann die Versprechen doch nicht gehalten werden, dann ist es zu spät fürs Durchatmen und die Aufenthaltsqualität am Theater. Wir Bürger dürfen die Chance, selber die Zukunft zu bestimmen, nicht verschenken.“