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Auch Verschwendung geschützt?

Mir klingen immer noch Worte des Ministers Habeck von Anfang März in den Ohren: Man müsse jetzt womöglich Kohlekraftwerke länger laufen lassen, weil in der aktuellen Situation „im Zweifel Versorgungssicherheit wichtiger als Klimaschutz“ ist, sagte Herr Habeck - offenbar mittlerweile ganz und gar Wirtschaftsminister.

Mich gruselt der Komparativ „wichtiger“. Hätte der aktuell wohl wichtigste deutsche Grüne wenigstens gesagt, dass Versorgungssicherheit genauso wichtig wie Klimaschutz ist, dann wäre die Wahrheit genauer getroffen worden. 

Noch ein Problem habe ich mit diesem Habeck-Statement: Wer definiert eigentlich „Versorgung“? Ist da der Status quo des Energieverbrauchs gemeint, also auch die objektiv herrschende Verschwendung? Steht wirklich jede nachgefragte Kilowattstunde und jeder Liter Treibstoff automatisch unter staatlichem Schutz? Ist am Ende gar Übermaß wichtiger als Klimaschutz? 

Der in diesen Tagen veröffentlichte dritte Teil des aktuellen Klima-Berichts des IPCC stellt endlich auch die Bedeutung der Lebensstil-Korrektur in den Focus. Klare Botschaft: Wir werden keine Chance haben, den Pfad der tödlichen Klimazerstörung zu verlassen, wenn die Konsum- und Lebensstilfrage weiter verdrängt wird. Sie darf auch nicht nur von Zeit zu Zeit mit mahnendem Zeigefinger bemüht werden, sondern muss zu einem harten Thema der Ordnungspolitik werden.  

Autor/in:
Bernhard G. Suttner
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