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Das Wichtigste?

Ganz zu Beginn meiner Studienzeit hat uns der Dozent im Einführungskurs zur Politischen Wissenschaft die einfache Frage gestellt: “Was ist das Wichtigste am Auto?“ Wir Studienanfänger fühlten uns nicht recht ernst genommen, mussten die Aufgabe aber dennoch schriftlich lösen – und haben mit unseren Einzel-Vorschlägen „Motor“, „Getriebe“, „Bremsen“, „Fahrgestell“ etc. allesamt versagt. Die Lösung hieß natürlich: „Das Wichtigste ist das Vorhandensein und das zuverlässige Zusammenspiel aller notwendigen Teilsysteme“.
Wenn es jetzt von Regierungsseite heißt, dass der Einsatz gegen den Klimawandel hinter die Versorgungssicherheit zurücktreten müsse und deshalb – ohne „ideologische“(!) Hemmungen – der Aufschub des Kohleausstiegs ebenso in Erwägung komme wie die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke, dann denke ich an diese Episode aus meinem ersten Semester. Auch jetzt geht es um das Vorhandensein und zuverlässige Zusammenspiel aller notwendigen Teilsysteme: Die Eindämmung der russischen Machthaber ist genauso wichtig wie der entschlossene Kampf gegen die Erderhitzung und gegen den Zusammenbruch der Artenvielfalt. Ja, auch das Teilsystem Wirtschaft muss funktionieren; nicht benötigt wird jedoch die Fortsetzung des Verschwendungssystems. Es muss jetzt endlich – 50 Jahre nach dem ersten Alarmruf der Wissenschaft - der wichtigste Impuls für eine ressourcensparende Transformation gesetzt werden: „Alles immer, alles billig, alles in beliebiger Menge“ gilt nicht mehr. Stattdessen muss gelten: „Das wirklich Nötige für alle - ohne Gefährdung der Lebensgrundlagen.“
Dabei geht es nicht ums Auto. Es geht jetzt um das Überleben der Menschheit.

Autor/in:
Bernhard G. Suttner
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