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Hallo Gerd!

Derzeit arbeite ich an einem Vortrag zum Thema „Verzicht“. Es gibt tolle Bücher zum Thema – der schönste Titel, der mir untergekommen ist, lautet: „Der Tag an dem wir aufhören zu shoppen. Wie ein Ende der Konsumkultur uns selbst und die Welt rettet“ von J.B. MacKinnon. Aufrüttelnd und sehr erhellend ist das Buch von Ulrich Wegst :„Keine Angst vorm Verzicht“. Interessant auch der Titel „Qualität“ von Dirk Hohnsträter, der vor allem den Verzicht auf Ramsch und Wegwerfware empfiehlt.

Es gibt aber auch schwerere Kost: Z.B. einen Beitrag des früher in Tübingen und Fribourg lehrenden Professors für Politische Philosophie und Ethik, Dr. Otfried Höffe. In diesem Aufsatz lese ich nach vielen tiefgründigen Überlegungen von Platon bis Kant und Nietzsche auf einmal kräftige und sehr aktuelle Sätze zur Tugend des Verzichts bei Entscheidungsträgern: 

„Wer schon über enorme Macht verfügt, braucht keine weiteren, dem politischen Amt eventuell schädlichen Zusatzanreize: weder eine große Vergütung, noch lukrative Nebentätigkeiten, und auch nicht, dass er nach dem Ausscheiden aus seinem politischen Amt eine hochdotierte Lobbytätigkeit übernimmt. Derartige Forderungen benötigen nicht einmal spezielle Compliance-Regeln. Eine zur Idee des ehrbaren Kaufmanns analoge Idee des ehrbaren Politikers sollte eigentlich genügen.“ (zur debatte, 4/2021 S. 35)

Nicht alle ehemaligen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland lesen wahrscheinlich Aufsätze von Ethikern und Philosophen – schon gar nicht zum Thema „Verzicht“. Schaden würde es aber nicht. Was denkst Du, lieber Gerd?  
 

Autor/in:
Bernhard G. Suttner
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Wichtiger Hinweis:
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